Eine kleine Tanzgeschichte - Review

"Eine kleine Tanzgeschichte" - das ist der ehrliche Titel für eine ehrliche Aufführung. Sie ist wirklich für die ganze Familie geeignet ist. Tutus für die Kleineren, die sich noch leicht beeindrucken lassen. Hip-Hop zum Ruhigstellen der aufsässigen Teenies. Klassische Tanz-Schönheit für die konservativeren Gemüter unter den Erwachsenen. Und eben "Wunsch-Nummern" für die, die gerne kulinarischen Häppchen verkosten.Tolle Leute hat Breuer in seiner Compagnie, deshalb ist die Sache kurzweilig und - wiewohl auch Kindervorstellung - technisch auf allerhöchstem Niveau. Wir wollen hier keine Namen nennen: Breuer hat diese Choreographien seinen Tänzerinnen und Tänzern sichtlich auf den Leib, pardon: auf die sehnenüberzogenen Knochen geschrieben. Es schaut trotzdem charmant aus und nicht nach Knochenarbeit.

Die Kinder sollen auch etwas kriegen, drum werden zwei junge Leute eingeführt: ein braves Ballett-Mäderl und der kleine Bruder, der das klassische Tanzen recht affig findet. Er fährt auf Hip-Hop ab. Beides cool, wie wir im Lauf der zwei Stunden erfahren. Mit "Sacre du Printemps", Tango Nuevo und zeitgenössischen Tanzformen landet man schließlich in unserer Zeit. Hip-Hop hat halt doch mehr Pep als "Giselle".“

Drehpunktkultur

„Ein junges Mädchen ist fasziniert vom Ballett und trainiert fleißig, doch sein Bruder findet das ganz uncool, denn für ihn ist Hip-Hop das Größte. Wie Schwestern so sind, gibt sie nicht so schnell auf und versucht, ihn für die Geschichte des Tanzes zu interessieren. Das jugendliche Publikum ist hörbar begeistert von den Urmenschen, die sich etwas ungelenk, fast affengleich, zu den Urwaldtrommeln bewegen. Nun folgt Szene auf Szene, von den dionysischen Rauschtänzen der Antike bis zu den höfischen Tänzen der Renaissance.

Es folgen einige Pas de deux aus der Blütezeit des klassischen Balletts nach Vorlagen berühmter Choreografen wie Marius Petipa, Michail Fokine und Waslaw Nijinsky, Szenen aus Giselle, Schwanensee, Scheherazade u.a. Das Ensemble kann hier eindrucksvoll seine Vielseitigkeit beweisen, die meisten Tänzerinnen und Tänzer haben ja eine klassische Ausbildung hinter sich. Unser junger Hip-Hopper kann jedoch bis zur Pause nicht zufrieden gestellt werden, denn er findet die Männer in den Strumpfhosen einfach nur lächerlich und die Geschichten viel zu kompliziert.

Diese mitreißende Schlussperformance kommt beim Publikum besonders gut an und die Tänzer können zeigen, dass sie nicht nur Spitzentanz und Pirouetten beherrschen, sondern auch als Hip-Hopper eine gute Figur machen.

Ein Sonderlob an Manuela Weilguni für die prachtvollen Kostüme. Diese „Kleine Tanzgeschichte“ ist ein von Peter Breuer liebevoll inszeniertes Ballett für die ganze Familie. Erfreulicherweise waren auch viele Buben im Publikum und nicht nur die üblichen ballettbegeisterten Mädchen. Dominik Girst, der 15-jährige Hip-Hopper sorgte mit seinen unbekümmerten, lockeren Sprüchen immer wieder für Heiterkeit.“
 
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